German

Was ist “Work of Art”?
Ziel dieses Projektes ist es, den Herausforderungen, die der Besuch von internationalen Touristen an Museen und insbesondere die MuseumsmitarbeiterInnen im Besucherdienst stellt, zu begegnen und den entsprechenden MitarbeiterInnen das nötige Wissen an die Hand zu geben.

Diese Partnerschaft möchte diese Problematik angehen, indem folgende Aufgaben erfüllt werden:

  • Analyse der unterschiedlichen Profile von MitarbeiterInnen verschiedener Museen in Europa, ihrer Lernmethoden und der bestehenden Schulungsprogramme in Zusammenhang mit dem aktuellen Stand der Sprachkenntnisse (Englisch und auch andere Sprachen);
  • Herausarbeiten der in Museen benötigten  Sprachkenntnisse, indem mögliche Kommunikationssituationen eruiert werden (welche Informationen müssen vermittelt werden?);
  • Erstellen eines gemeinsamen Vokabulars für Personen, die in diesem beruflichen Umfeld tätig sind (in allen Sprachen der Partnerschaft);
  • Entwurf eines Lernprogramms für diese Zielgruppe;
  • Festlegen, inwieweit IKT dafür eingesetzt werden können;
  • Erarbeiten von Schulungsempfehlungen;
  • Hinweis auf die Nutzung  des GER (Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen) als einen Indikator für die Sprachkompetenz
  • Bereitstellung der Ergebnisse.

Anhand dieser Schritte möchte diese Partnerschaft zwischen Museen und Anbietern beruflicher Weiterbildungen zur Verbesserung der Qualität des Besucherservice in europäischen Museen beitragen.

Warum ist dieses Projekt wichtig?

Jedes Jahr begrüßen tausende Museen in ganz Europa hunderttausende Besucher; manche kommen aus der Umgebung, aber, laut unserer Partner, die meisten aus anderen Ländern. Sobald sie im Museum sind, kaufen diese Besucher Tickets und begeben sich in die Ausstellungsräume. Und genau hier beginnen, in manchen Fällen, die Probleme. Teilweise weil die BesucherInnen selbst Fragen haben oder Informationen benötigen: um ein bestimmtes Kunstwerk zu finden; weil sie wissen möchten, wo sich die Toilette, der Museumsshop oder die Cafeteria befinden; weil sie den Ausgang oder den Lift nicht finden. Aber teilweise auch weil die BesucherInnen gelegentlich auf bestimmte Verhaltensweisen hingewiesen werden müssen: keinen Blitz zu benutzen; nicht zu nahe am Kunstwerk zu stehen bzw. die Skulptur nicht zu anzufassen; die Tasche an der Garderobe abzugeben oder weil sie noch kein Ticket gekauft haben. Wenn dann der Besucher nicht in der Landessprache mächtig ist und der Museumsmitarbeiter nicht die Sprache des Besuchers spricht, ist die Kommunikation schwierig, Missverständnisse führen u.U. dazu, dass sich der Besucher nicht wohlfühlt und die Qualität des angebotenen Service als schlecht empfunden wird.

Leider passiert genau das jeden Tag in Museen in ganz Europa. Warum?

  • Viele der Angestellten, die in den Ausstellungsräumen für die Aufsicht zuständig sind, verfügen nicht ausreichend über Fremdsprachenkenntnisse;
  • Außerdem werden diese Personen oft nicht als Zielgruppe für Sprachkurse erkannt, obwohl es sehr wohl einen Bedarf gäbe;
  • Dies passiert wohl aus unterschiedlichen Gründen: Oft arbeiten sie im Schichtbetrieb, was es für sie schwierig macht, die meist regelmäßigen Kurszeiten eines Sprachtrainings einzuhalten. In manchen Museen ist das genannte Personal nicht im Museum angestellt, sondern bei Sicherheitsfirmen, die einen Vertrag mit dem Museum haben. Hier besteht das Problem, dass das Personal nicht an den vom Museum angebotenen Weiterbildungsprogrammen teilnehmen kann. Ein weiterer Grund mag sein, das sie das Gefühl haben, eine Sprache zu lernen, sei sehr schwierig, gar unmöglich.

Letztendlich stellt sich die Situation folgendermaßen dar: genau die Personen in einem Museum, deren Aufgabe es ist, nicht nur die ausgestellten Kunstwerke zu beschützen, sondern auch grundlegende praktische Informationen zur Verfügung zu stellen, sind oft nicht in der Lage dies in einer fremden Sprache zu tun, sprich mit einem großen Teil der BesucherInnen angemessen zu kommunizieren. Wenn man dann noch bedenkt, dass diese MitarbeiterInnen auch Sicherheitsanweisungen geben und im Notfall das Museum evakuieren sollen,  bekommt die Notwendigkeit mit den Besuchern kommunizieren zu können, neben dem Qualitäts- auch noch einen Sicherheitsaspekt.

Aus diesen Gründen beabsichtigt diese Partnerschaft, die sowohl aus Museen als auch aus Einrichtungen der Erwachsenenbildung besteht, die Anforderungen, die an diese Zielgruppe gestellt werden, genau zu recherchieren. Davon ausgehend soll der Bedarf an Sprachtraining und Möglichkeiten der Umsetzung eruiert werden. Somit möchten wir zur Verbesserung des Service in Museen auf der einen und des Angebots an effektivem Sprachtraining für diese Zielgruppe auf der anderen Seite beitragen. Um dem organistorischen Problem zu begegnen, dass aufgrund des Schichtsystems einheitliche Kurszeiten nicht realisierbar sind, und daher zugänglichere und attraktivere Lernangebote entwickelt werden sollen, wird dieses Projekt auch die Möglichkeiten der Einbeziehung von E- bzw. blended learning in diesen Lernkontext ausloten.

Außerdem soll eruiert werden, inwieweit es möglich ist, auch Angebote für andere MuseumsmitarbeiterInnen (Garderobe, Museumsshop, etc.) zu berücksichtigen.  So wird der Tatsache Rechnung getragen, dass dieselben Mitarbeiter an unterschiedlichen Punkten mit den BesucherInnen in Kontakt treten könnten.

Was wollen wir erreichen?

Aus all diesen Gründen möchte diese Partnerschaft ein Programm entwickeln, das eine für alle Projektpartner gemeinsame Grundlage für das Erlernen bzw. Lehren von Fremdsprachen im Hinblick auf diese Zielgruppe bietet und somit nicht nur die Notwendigkeit von Fremdsprachen in diesem Kontext in den Fokus rückt, sondern auch darauf abzielt, dass im Anschluss an dieses Projekt spezifische Lerntools entwickelt werden können.

Im Rahmen der aktuellen Partnerschaft möchten wir diese Ziele mit folgenden Schritten erreichen:

  • Analayse des Berufsprofils der entsprechenden MuseumsmitarbeiterInnen in den verschiedenen Ländern: ihrer Berufsgruppe, ihre schulische sowie Berufsbildung;
  • Vergleich der verschiedenen Profile und Herausfiltern der Lernbedürfnisse im Hinblick auf Fremdsprachen;
  • Analyse der mit dem Arbeitsumfeld einhergehenden notwendigen Sprachkenntnisse durch Interviews, Beobachtung und informellen Ideenaustausch im Hinblick auf gemeinsame Kommunikationssituationen. Welche Fragen stellen die Besucher – und somit: Welche Antworten sollte die Zielgruppe geben können? Welche Anweisungen müssen sie den BesucherInnen geben können?
  • Erstellen eines gemeinsamen klar abgegrenzten Vokabulars für diese spezifische berufliche Situation;
  • einen Überblick über das Niveau  der Fremdsprachenkompetenz dieser Zielgruppe gewinnen;
  • Erstellen eines Sprachcurriculums in den Sprachen, die durch die beteiligten Partner vertreten sind;
  • Analyse der Arbeitssituation –  insbesondere der Arbeitszeiten – und der Hilfestellungen sowie Materialien und Instrumente, die nötig sind, um das Erlernen von Sprachen damitin Einklang zu bringen;
  • Erstellen von angemessenen Recherchetools um effektiv die nötige Information gewinnen zu können;
  • ein Endbericht, der die Ergebnisse des Projektes und entsprechende weiterführende Empfehlungen für die Zukunft beinhaltet;
  • die Verbreitung dieser Ergebnisse an alle Interessierten.

Die Partner

Centro Europeu de Línguas (Portugal) – Projektkoordinator
Nationalmuseum Krakau (Polen)
AGH-UST (Technische Universität von Krakau) – Institut für E-learning (Polen)
Isparta Teachers’ Association (Türkei)
Universität von Glasgow, Institut “Englisch als Fremdsprache” (UK)
Förderband e.V. Kulturinitiative Berlin

Stille Partner

Silent partners tragen vor Ort zu dem Projekt bei, indem sie die Recherche unterstützen. Sie können auch an den Partnerschaftstreffen vor Ort teilnehmen.

Die “Work of Art”-Partnerschaft umfasst folgende stille Parnter:

Fundação Calouste Gulbenkian, Lisboa (Portugal)
Museu das Comunicações, Lisboa (Portugal)
Museu da Igreja de São Roque, Lisboa (Portugal)
Museo Sorolla, Madrid (Spain)
The British Council, Kraków (Poland)
„Mały Rynek” Szkoła Języków Obcych, Kraków (Poland)
Muzeum Sztuki, Łódź (Poland)
Muzeum Historyczne Miasta Krakowa, Kraków (Poland)
Muzeum Mazowieckie w Płocku, Płock (Poland)
Muzeum Okręgowe w Tarnowie, Tarnów (Poland)
Muzeum Śląskie, Katowice (Poland)
Muzeum Tatrzańskie, Zakopane (Poland)
Isparta Museum, Isparta (Turkey)
The Hunterian Museum at the University of Glasgow, Glasgow (Great Britain)
The Kelvingrove Museum, Glasgow (Great Britain)
The Riverside Museum, Glasgow (Great Britain)
The Scottish Football Museum at Hampden, Glasgow (Great Britain)
Glasgow Science Centre, Glasgow (Great Britain)
Staatliche Museen zu Berlin, Berlin (Germany)
Deutsches Historiches Museum, Berlin (Germany)
Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebgesellschaft m.b.H., Wien (Austria)

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